Der neue Geschichtshappen
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Hallo {{ firstname }}
Du liest den Geschichtshappen: Wöchentlich ein neuer Blickwinkel. Zum Nachdenken. Zum Mitreden.
Und heute erwartet dich ein überraschendes Städte-Highlight an der unteren Donau 🇧🇬 |
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Im letzten Geschichtshappen habe ich mich aus Rumänien bei dir gemeldet und über die vielen Gemeinschaften zwischen den verschiedenen Balkanstaaten gesprochen.
Heute geht es die Donau einige Kilometer weiter hinauf in die Stadt, die mich auf meiner Reise am allermeisten überrascht hat. |
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Möchtest du dich wie viele andere persönlich und in Echtzeit austauschen? Dann komm doch auch in den Deja-vu Club! |
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| | | | | | Auf dem Foto dieser Postkarte genieße ich gerade ein bulgarisches Bier.
… wobei Genuss vielleicht ein gar zu gewagter Begriff ist. Aber nachdem ich an diesem Tag über 20km laufen war, ist man bei der Belohnung auch nicht so wählerisch … 🥵
Vor allem aber:
Dieses Foto stammt von einem Ort, den ich im Podcast diese Woche kaum erwähnt habe, wo ich mich ja vom einige hundert Kilometer weiter westlich gelegenen Vidin bei dir melde.
Die Karte stammt aus der Stadt Ruse. Und ganz ehrlich: Die war für mich nicht nur ein Highlight Bulgariens sondern ein unerwartetes Highlight der gesamten Donaureise! |
| | | | | | Der Tag in Ruse hat aber auch schon magisch begonnen. So begrüßte mich die Sonne an Deck des Schiffs an diesem Morgen ... 😍
Und auch der Ort selbst würde nicht enttäuschen, wobei ich mir die Stadt Ruse aber für den Nachmittag aufhob. Wie gesagt: Ich wollte erst mal eine anständige Runde laufen gehen.
Also ging es zum Bahnhof von Ruse und spätestens dort fingen die Überraschungen für mich an. |
| | | | | | Da wird man doch tatsächlich mit deutschen Aufschriften begrüßt!
Ich konnte leider nicht herausfinden, aus welcher Zeit diese Aufschriften stammen. Wenn ich aber raten müsste, würde ich auf die Wende zum 20. Jahrhundert tippen.
Ruse war damals nämlich noch etwas ganz anderes als heute ...
Die Stadt war schon seit osmanischer Zeit unter dem Namen Rusçuk bzw. Rustschuk ein wichtiger Handelsknoten entlang der Donau. Über ihren Hafen wurden seit dem 17. Jahrhundert massig Waren aus Mitteleuropa in Richtung Balkanraum verschifft und umgekehrt.
Im 19. Jahrhundert entstand unter osmanischer Herrschaft dann die Zuglinie von eben diesem Hafen in Richtung Varna am Schwarzen Meer. 1866 war das und damit ist die Verbindung Ruse-Varna die älteste Zugstrecke auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens.
Auf der Strecke wurden infolge aber nicht nur Güter transportiert. Eine frühere Form des Orientexpress führte auch durch Ruse und brachte neben all den bestehenden Handelskontakten noch weitere westliche Einflüsse mit sich.
Das sieht man auch noch heute deutlich, wenn man durch Ruse geht und die Architektur betrachtet. Wien lässt hier gewaltig grüßen. Das dürfte dann wohl auch die deutschen Anschriften erklären. Es war einfach die logischste Fremdsprache in der Zeit. |
| | | | | | Zu meiner Freude war auch der Zug, den ich dann ins Umland nahm, gefühlt aus dem vorletzten Jahrhundert. Wie so oft in Bulgarien fühlte ich mich da wie auf Zeitreise …
So ging es für mich also in den Rusenski Lom – einen Naturpark entlang des gleichnamigen Flusses, der sich von Süden aus den Weg durch die hügelige Balkanlandschaft nach Ruse kämpft.
Zum Laufen war es ehrlich gesagt so mittel. Wanderwege habe ich dann doch vergebens gesucht. Dafür kommt man aber einfach mal so an mittelalterlichen Höhlenklöstern vorbei! |
| | | | | | Jo …
... und so landete ich am Ende bei meiner Flasche Zagorka am schönen Hauptplatz Ruses, dazu eine köstliche Banica (der gefüllte Blätterteig, den man anderswo Burek, Börek oder Plăcintă nennt) und das Leben war gut.
Ruse auch. Ein wirklich überraschendes Highlight meiner Reise! Du weißt jetzt also auch, womit ich mich gerne belohne. Ein lokales Bier und eine lokale Spezialität – damit kann man mich wirklich immer gewinnen (psst: Auch wenn ich davor nicht laufen gehe 🤫)
Aber wie ist das bei dir?
Nach einem langen Tag unterwegs auf Reisen: Was ist für dich die schönste Belohnung oder einfach der schönste Tagesabschluss? Hast du da auch gewisse “Traditionen”?
Antworte mir doch direkt auf diese Mail! Ich freue mich, von dir zu hören ☺️
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NEUES BEI DEJA-VU UND ANDERSWO |
| | | Aus einer anderen bulgarischen Stadt mit noch größerer Geschichte melde ich mich wie gesagt diese Woche im Podcast: in Folge 2 von “Die Narbe Europas”. Hör liebend gerne rein! |
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Tschüss für dieses Mal und bis nächsten Freitag!
Dein Ralf |
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