Eine tierisch menschliche EU-Passgeschichte Wir glücklichen EU-Bürger des Schengenraums wissen oder sollten wissen, dass wir privilegiert unsere Grenzen überschreiten, an Flughäfen in aller Regel ohne weitere Kontrolle. Außerhalb der EU kann es schon deutlich schwieriger werden, je nachdem wer uns beziehungsweise unser Land gerade zu Freund oder Feind erklärt.
Aber auch innerhalb der EU gibt es diensteifrige, sprich kontrollfixierte Grenzbeamte, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Besonders unangenehm habe ich eine Grenzstation zwischen Rumänien und Ungarn in
Erinnerung, wobei es immer die ungarischen Grenzer waren, die uns "gefilzt" haben.
Wir, mein Mann und ich, sowie unsere zwei Hunde - ja auch Hunde brauchen Pässe - wurden in den fünf Jahren, in denen wir diese Grenze häufig überquerten, fast immer kontrolliert. Was heißt: gestoppt werden, nicht durchgewunken werden, Pässe zeigen, rechts rausgewunken, aussteigen, Autokontrolle, Papiere werden igendwohin gebracht. Wir haben natürlich überlegt, was genau die Grenzer zu diesem Verhalten triggert, sind es wir oder unser VW-Passat. Und wir haben spekuliert und versucht, uns darauf vorzubereiten. So hab ich stets vor dem Grenzübergang das Steuer übernommen, im Glauben, dass Frauengesichter sie milder stimmen könnten und sie nicht durch das chinesische Gesicht meines Mannes verunsichert werden.
Hat aber nicht funktioniert. Wir wurden gestoppt.
Wenn sie dann unsere Pässe, zwei deutsche EU-Pässe und für die Hunde einen georgisch-internationalen und einen rumänischen EU-Hundepass gesehen haben, dazu die Autopapiere mit der rumänischen Zulassung, dann waren sie nicht mehr zu bremsen. Interessanterweise haben die ungarischen Grenzbeamten aber tatsächlich nur den vorderen Innenraum unseres Autos kontrolliert, denn im Heck saßen unsere zwei großen Hunde und haben mit aller Kraft gebellt. Die Autokontrolle endete damit, dass ich gefragt habe, ob ich die Hunde rauslassen sollte, damit sie auch den Kofferraum kontrollieren könnten. Erstaunlicherweise wollten sie das nie.
Gleichzeitig war Ungarn zu dieser Zeit das EU-Land, das seine Staatsangehörigkeit, den ungarischen Pass, chinesischen Bürgern für 300.000.- Euro zum Kauf anbot, wodurch dieser Personenkreis direkten Zugang zum europäischen Wirtschaftsraum erhielt.
Man kann also positiverweise davon ausgehen, dass ungarische Staatsschützer und Zollbeamte nichts gegen chinesische Bürger haben, vorausgesetzt, sie bringen genügend Geld mit.
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